22. Dezember 2020

Der Geist des Fichtenwaldes

Eine weihnachtliche Kurzgeschichte

 

Musik zur Geschichte
Blühende Wiesen, die von Pflasterwegen durchschlängelt wurden, ein gluckernder Bachlauf, der am Wegrand plätscherte, beschauliche Städtchen, in denen um diese Tageszeit ein reges Treiben herrschte – an den meisten Tagen gehörten diese Eindrücke zur völligen Normalität in der Region. Heute war dies jedoch nicht der Fall, denn statt blühender Wiesen sah man bis zum Horizont reichendes Weiß, die Wege glichen flachen Schluchten durch die dicke Schneeschicht, und der Bachlauf stand starr in seinem gefrorenen Bett. Doch eines hatte sich hier trotz des harten Winters nicht geändert. Die beschaulichen Städtchen waren auch unter dem ellentiefen Schnee nicht versunken, im Gegenteil schaffte der Winter sogar eine Aktivität, die in den warmen Monaten kaum zu sehen war. Kinder spielten mit den weißen Massen, einige Erwachsene bahnten sich mit Schaufeln einen Pfad über die verschneiten Wege, und ab und zu konnte man in den Schneemassen kleine Bewegungen wahrnehmen, die neugierige Passanten geradezu magisch anzogen – und sich dann schlagartig zu erkennen gaben. Natürlich wollten die kleinen Pokémon nur ein wenig ihren Spaß haben – gerade in dieser Jahreszeit lebten sie mit den Menschen zusammen in vielerlei Arten von Symbiosen. Sie halfen den Menschen bei der Nahrungssuche, den Räumarbeiten und dem Heizen der Häuser, und im Gegenzug kümmerten sich die Menschen liebevoll um sie, gaben ihnen wärmende Stoffe und spielten mit ihnen im Schnee. Der Winter war hart, keine Frage, doch Mensch und Pokémon machten zusammen das Beste aus der kalten Jahreszeit.
In diesem Moment an einem ganz normalen Tag dieses Winters lief eine Person wie viele andere die mäßig geräumte Hauptstraße entlang. Der vierzehnjährige junge Mann hatte äußerlich kaum etwas Auffälliges an sich. Er war etwa einen Meter sechzig groß, etwas kräftiger, hatte ein freundliches Gesicht und trug einen blauen Samtmantel, der bis zum Boden reichte. Aufmerksame Beobachter konnten jedoch durch seinen Gürtel, an dem neben einigen Aprikokos auch eine Panflöte baumelte,
zumindest auf zwei seiner Hobbys schließen. Zwar hatte er sich auch als Musiker einen Namen in der Stadt gemacht, doch die Pokémon, die er besaß, waren das eigentliche Besondere an ihm. Sicher, er war nicht der einzige Pokémon-Kämpfer in der Region oder aber seiner Heimatstadt, doch war er mindestens einer der besten.
Wie schon viele Jahre davor nahten zu dieser Zeit wieder die Winterfestspiele, bei denen sich die acht wichtigen Städte der Region um Ruhm und Ehre in verschiedenen Bereichen maßen. Er hatte in den letzten zwei Jahren seine Stadt in den Pokémon-Duellen vertreten, und beide Male hatte er den Sieg einfahren können. Auch dieses Jahr hatte ihn der Bürgermeister wieder gebeten, an den Spielen teilzunehmen. Selbstredend hatte er auch diese Einladung nicht ausgeschlagen, schließlich bereitete es ihm große Freude, sich mit den besten Kämpfern im Land zu messen. Auch wenn er die letzten beiden Turniere gewonnen hatte, so waren es doch immer spannende Kämpfe gegen die Elite der Region gewesen, und gerade in seinem ersten Turnier hatte er noch einige Rückschläge verarbeiten müssen. Doch er wuchs mit seinen Aufgaben und glaubte immer an seine Partner, und das half ihm sehr.
Der Junge, sein Name war Nick, lief also die dunkle Hauptstraße entlang, eine kleine Laterne in der rechten Hand und erreichte schließlich die Stadt, die vor ihm lag. Er hatte einen Ort im nahen Wald gefunden, an dem er gerne und sehr erfolgreich seine Pokémon sowie seine Bindung zu ihnen stärkte, und von ebendiesem Ort kehrte er nun zurück. Fast zu jedem Werktag gehörte dieses Ritual, schließlich musste er ja auch den Erwartungen seiner Mitbürger gerecht werden. Jeden Tag widmete er sich einem anderen seiner Pokémon, und am Ende eines Monats setzte er sich mit all seinen Partnern dort zusammen und beobachtete ihre Fortschritte.
Am nächsten Morgen verließ Nick wieder früh das Haus. In den Winterferien konnte er sich ganz seinen Pokémon widmen, und für heute hatte er Blitza für sein Training ausgewählt. Seine anderen Pokémon ließ er an solchen Tagen immer in seinem Elternhaus zurück, wo sie im Freien wie im Haus den Tag ganz nach Belieben verbringen sollten. Meistens spielten die Pokémon in seinem Zimmer, während er weg war. Manche taten so, als würden sie kämpfen, andere wiederum machten es sich einfach gemütlich und genossen den Tag, doch keiner von ihnen ahnte, dass dieser nicht so enden würde wie die meisten anderen.

„Hallo Blitza“, hörten die Pokémon von nebenan. Nicks Mutter schien mit Blitza zu reden. „Ich kann jetzt nicht mit dir spielen. Geh doch ‘rüber zu deinen Freunden.“ Die Pokémon wunderten sich ein wenig, dass Nick so früh schon zurück war, wurde es doch jetzt erst dunkel, doch keines von ihnen rechnete mit dem, was passiert war. Blitza sprintete atemlos die kurze Treppe zum Zimmer hinab, stolperte auf der letzten hölzernen Stufe, keuchte im Sturz noch ein fast unverständliches „Nick …“, knallte auf den gefliesten Boden und blieb reglos liegen.

Langsam öffnete Blitza seine Augen. Es lag auf Nicks Bett, umringt von Nicks anderen Pokémon. „W… Was ist passiert?“, fragte Blitza leise. „Das wollten wir dich gerade fragen, Blitza“, meinte Brutalanda. „Was ist mit Nick?“ Mit einem Satz war Blitza wieder auf den Beinen. „Nick ist verschwunden!”, rief es laut. „Was? Wie ist denn das passiert?”, fragte Galagladi erschrocken.

„Wir waren drüben im Fichtenwald und haben Zielübungen gemacht, und als ich ein Stück in den Wald lief, um die Wurfscheibe wiederzufinden, war Nick weg, als ich zurückkam. Ich habe ihn gesucht, nach ihm gerufen, aber er war wie vom Erdboden verschluckt. Ich habe keine Ahnung, was mit ihm passiert ist. Als ich ihn nicht finden konnte, bin ich so schnell ich konnte hierher zurückgerannt. Und den Rest kennt ihr ja.“ „Wir müssen ihn suchen!“, rief Mimigma. „Unbedingt!“, warf Skelabra ein. „Seid ihr euch sicher, dass wir ihn in der Dunkelheit überhaupt finden?“, fragte Pottrott vorsichtig. „Wir müssen es versuchen“, antwortete Brutalanda. „Wenn wir Nick nicht rechtzeitig finden … Wer weiß, was ihm zugestoßen ist.“

„Es wird bald dunkel“, meinte Galagladi. „Glaubt ihr nicht, dass sich seine Eltern Sorgen machen werden?“

„Noch nicht“, antwortete Blitza. „Es gibt diese eine Hütte im Wald, in der Nick manchmal über Nacht bleibt, wenn er zu spät unterwegs ist.“ Brutalanda sah sich um. „Ich werde gleich aufbrechen, um ihn zu suchen. Wer kommt mit?“ Nacheinander hoben alle Pokémon ihre Hand, ihre Klaue oder ein Bein, allen voran Blitza und Galagladi, zuletzt auch Pottrott, wenn auch sehr zögerlich. „Gut. Dann ist es beschlossene Sache“, bemerkte Brutalanda mit entschlossener Stimme. „Galagladi, kannst du uns alle unauffällig nach draußen bringen?“ „Kein Problem. Ich nehme euch in den Aprikokos mit und schleiche mich mit Teleport nach draußen.“

Ein paar Minuten später hatte Galagladi die Stadtmauer passiert und legte die Aprikokos vor sich in den Schnee. Es stupste sie kurz an, und Nicks andere Pokémon erschienen wieder. „Von hier aus kann ich fliegen“, meinte Brutalanda. „Steigt auf, ich nehme euch mit.“ Pottrott, Mimigma, Blitza und Galagladi machten es sich auf Brutalandas Rücken so bequem wie möglich, während Skelabra neben ihnen schwebte. Galagladi benutzte seine psychischen Kräfte, um einen Schutz zu schaffen, der die Kälte von den sechs Pokémon abhielt, sonst hätte Brutalanda nicht weit fliegen können. Das wuchtige Drachen-Pokémon erhob sich mit seinen kräftigen Schwingen in die Luft, und bald glitt die Gruppe durch die winterliche Dunkelheit. Nach rund einer Viertelstunde näherte sich Brutalanda dem Ziel der Gruppe. Vor ihnen reihten sich Fichten dicht an dicht, sodass man zwischen ihnen kaum den Boden erkennen konnte. Das Drachen-Pokémon landete am Rande des Waldes im flachen Schnee und ließ die anderen Pokémon absteigen. „Da sind wir.“, sagte Brutalanda „In diesem Wald habt ihr trainiert?“ „Genau“, antwortete Blitza. „Ich kann euch zu der Stelle bringen, an der ich Nick das letzte Mal gesehen habe. Von dort aus sollten wir unsere Suche beginnen.“ Mit eiligen Schritten lief Blitza auf die Bäume zu, doch noch bevor es den ersten passiert hatte, schlug plötzlich ein eisiger Strahl vor seinen Pfoten in den Boden ein. Wie angewurzelt blieb das kleine Pokémon stehen und blickte nach oben.

Auf den Ästen der Bäume saßen mindestens zwanzig kleine schlanke Pokémon, deren pechschwarze Silhouetten nahezu perfekt mit der nächtlichen Dunkelheit verschmolzen. „Wer seid ihr?“, fragte Blitza vorsichtig. Die anderen Pokémon traten zu ihm.

„Wir sind Sniebel! Dies ist unser Wald, also verschwindet von hier!“
„Aber wir müssen einen Freund finden! Bitte, lasst uns suchen!“, sagte Blitza.
„Einen Freund? Was für ein Pokémon sucht ihr denn?“
„Kein Pokémon“, sagte Brutalanda. „Wir suchen einen Menschen, der-“
„Einen Menschen?“, unterbrach eines der Pokémon den Drachen entsetzt. „Ihr seid die Pokémon eines Menschen? Nein, dann können wir euch nicht durchlassen!“
„Aber warum denn nicht? Bitte, wir müssen ihm helfen!“, flehte Blitza. „Wir können ihn nicht einfach hier lassen!“
„Unsere Antwort ist Nein! Die Menschen holzen unseren Wald ab, und ihr unterstützt sie auch noch. Verschwindet nun, bevor wir euch angreifen!“
Brutalanda trat nun vor. „Wir werden ihn suchen, ob ihr es wollt oder nicht. Notfalls handeln wir gegen euren Willen, und wenn ihr darauf besteht, dann kämpfen wir uns den Weg frei. Aber glaubt uns, ein Kampf ist das Letzte, was wir wollen.“
„Also gut!“ Ein Pokémon sprang aus dem Schatten ins fahle Mondlicht und landete unmittelbar vor Brutalanda. Es war um einiges größer als die anderen Pokémon in den Bäumen streckte seinen Gegnern messerscharfen Klauen entgegen. „Wenn ihr euch weigert zu gehen, dann werden wir euch besiegen müssen!“ Im nächsten Moment stürzten sich die Pokémon von den Ästen auf Nicks Pokémon. „Passt auf!“, rief Galagladi. „Sie meinen es ernst!“ Auch wenn Nicks Pokémon von der Angriffslust der Sniebel überrascht waren, so wurden sie dennoch nicht von ihnen überrumpelt. Galagladi griff als erstes an und schlug mit
Nahkampfangriffen die herabstürzenden Pokémon zurück. Blitza wich den Attacken der Angreifer mit seiner hohen Beweglichkeit und Geschwindigkeit aus, und Mimigma tat es ihm gleich. Skelabra wiederum ging mit feurigen Angriffen in die Offensive, immer darauf bedacht, nicht den Wald um sie herum in ein Flammenmeer zu verwandeln. Die größten Schwierigkeiten hatte jedoch Brutalanda. Zwar konnte es ebenfalls mit mächtigen Flammenwürfen viel Schaden anrichten, aber die Eishiebe der Sniebel setzten ihm erheblich zu. Es dauerte nicht lange, bis es von den sehr effektiven Attacken außer Gefecht gesetzt wurde. Galagladi sprang mit einem Satz zu ihm herüber und kümmerte sich um die Angreifer, die noch in seiner Nähe waren.
Pottrott hatte sich schon zu Beginn der Kämpfe schnell in seinem Panzer verkrochen. Es war noch ein sehr junges Pokémon und längst nicht so kampferfahren wie Blitza und Galagladi, deshalb machten ihm die anderen Pokémon auch keinen Vorwurf deswegen. Als es aber sah, dass Brutalanda zu Boden ging, wollte es seine Freunde dennoch nicht im Stich lassen. An einige Attacken konnte es sich erinnern, und vielleicht war dies die Gelegenheit, es selbst einmal zu probieren. Zuerst versuchte es, sich an die Gyroball-Attacke zu erinnern. Mit seinen kurzen gelben Beinen holte es Schwung, stieß sich vom Boden ab und sprang rotierend auf eines der Sniebel zu. Dieses wurde von der Attacke völlig überrascht, sodass es keine Chance hatte, dem Angriff auszuweichen. Es prallte gegen einen Baum und sank zu Boden. Pottrott sah dem Pokémon erstaunt hinterher, und als es sah, dass sich ihm weitere näherten, vollführte es die Attacke ein weiteres Mal. Ein Sniebel nach dem anderen wurde zu Boden geschleudert, und mit jeder Umdrehung wuchs das Selbstvertrauen des kleinen Käfer-Pokémon. Als schließlich auch Snibunna, der Anführer der Sniebel, nach einem Angriff von Blitza zu Boden ging und die restlichen Sniebel erkannten, dass sie den Angriffen der trainierten Pokémon nichts entgegenzusetzen hatten, flüchteten sie in den Wald und verschwanden in den Baumkronen.
Nicks Pokémon eilten zu Brutalanda. „Bist du in Ordnung?“, fragte Blitza leise. Brutalanda öffnete die Augen. „Es geht schon, aber ich kann nicht weiterlaufen, geschweige denn fliegen. Diese Biester haben mir mit ihren Eishieben ziemlich zugesetzt, lange konnte ich da nicht durchhalten. Ihr werdet Nick auch ohne mich finden, darauf vertraue ich.“ Galagladi schüttelte den Kopf. „Wir werden dich hier nicht einfach zurücklassen. Wir nehmen dich in deiner Aprikoko mit.“ Es legte die rote Kugel auf den Boden und tippte sie an. Brutalanda begann sich in hellblauem Licht aufzulösen, und seine Silhouette wurde in die Aprikoko gezogen. Die Gruppe lief weiter in den Wald hinein, der auf die Pokémon mit jedem Schritt dunkler und finsterer wirkte. Galagladi hatte nun alle Hände voll zu tun; einerseits musste es mit seinen psychischen Kräften den Weg in der Finsternis finden, die von Skelabras Licht nur schwach erleuchtet wurde, andererseits musste es Pottrott tragen, das mit seiner Schale und seinen kurzen Beinen nicht besonders schnell laufen konnte. Stattdessen passte es auf Brutalandas Aprikoko auf, damit sie nicht verloren ging. „Da vorne muss es sein!“, rief Blitza auf einmal. „Hier am hohlen Eichenstumpf habe ich ihn zuletzt gesehen! Ich bin mir sicher!“
Die Pokémon liefen auf den alten Baumstumpf zu. Früher musste der Baum ein wahrer Riese gewesen sein, denn nicht einmal die sechs Pokémon gemeinsam hätten den Stamm umfassen können. „Was ist das?“, fragte Pottrott ängstlich und wies auf das Loch oben im Stumpf, aus dem ein schwaches, aber in der Dunkelheit nicht zu übersehendes Licht strahlte. „Ich weiß es nicht“, flüsterte Galagladi, schlich auf den Baumstumpf zu und kletterte ein Stück in die Höhe. Als es einen Blick hineinwarf, kam es aus dem Staunen kaum mehr hinaus. „Da unten ist ein Raum! Der Baumstamm führt in eine Höhle!“, flüsterte es. Die anderen Pokémon traten heran. Während Galagladi zu den anderen Pokémon herabkletterte, stieg eine leuchtende Silhouette aus dem Baumstamm auf. Sie war nicht groß, vielleicht einen halben Meter. Das Leuchten um die Silhouette herum ließ nach, und ein Pokémon wurde sichtbar und musterte die ehrfürchtig aufblickenden Pokémon. „Seid gegrüßt, fremde Besucher“, sprach das Pokémon mit sanfter Stimme. „Ich bin Celebi, der Hüter des Waldes. Was bringt euch hierher so tief in den Wald, und das mitten in einer Winternacht?“ Mimigma fand als Erstes die Stimme wieder. „Wir sind auf der Suche nach einem Freund. Er ist hier im Wald verschwunden.“ Celebi nickte. „Ihr sucht den Menschen richtig?“
„Woher weißt du das?“, fragte Mimigma erstaunt. „Der Mensch macht sich Sorgen um euch. Ich habe ihn hier gefunden, sehr schwach und im Schnee begraben. Wahrscheinlich haben ihn die Sniebel angegriffen, als er alleine war. Sie empfinden eine
tiefe Abneigung gegenüber Menschen, und ich kann es ihnen nicht einmal verübeln.“
„Aber warum hast du Nick dann geholfen?“, fragte Mimigma weiter. „Er hat ein gutes Herz. Er ist ein Freund der Pokémon. Ich habe es gleich gespürt, und deshalb habe ich ihn in diese Höhle gebracht. Es geht ihm gut, aber er ist noch sehr schwach. Bitte kommt mit.“ Celebi schwebte wieder auf den Baum zu. „Springt einfach hinein, ihr werdet sicher unten ankommen.“ Die Pokémon sahen sich gegenseitig fragend an, aber dann folgten sie doch Celebis Anweisung. Und tatsächlich, anstatt unten aufzuschlagen, sanken sie wie auf Flügeln getragen durch den Tunnel im Baumstamm und berührten vorsichtig den Boden. Die Höhle, in der sie nun standen, war gerade hell genug erleuchtet, dass man alles dort erkennen konnte.
Sie befanden sich unter dem Waldboden, und einzelne Wurzelstränge zogen sich durch die Wände. Auf einem Bett aus Laub und Blättern lag ein Mensch – Nick. Die Pokémon liefen zu ihm hinüber und scharten sich um ihn. Celebi schwebte ebenfalls zu ihnen hinüber. „Morgen wird er wieder gesund sein. Er ist sehr unterkühlt, aber auf dem Weg der Besserung. Ich habe alles getan, was in meiner Macht stand.“ Galagladi drehte sich zu Celebi um und verbeugte sich demutsvoll vor dem Wächter des Waldes. „Ich danke dir im Namen von uns allen und auch im Namen von Nick. Ich weiß nicht, wie wir dir das jemals genug danken können.“ Celebi konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Bitte, das habe ich gerne getan. Nick ist ein guter Mensch, das habe ich gespürt, und er wird euch immer ein guter Trainer sein. Bitte bleibt doch über Nacht noch hier, damit Nick sich ausruhen kann.“ Die Pokémon nickten und machten es sich in der geräumigen Höhle bequem. Bald schon waren sie alle eingeschlafen, und als sie wieder aufwachten, waren sie in einer vertrauten Umgebung. Ein Bachlauf plätscherte leise, und die ersten Sonnenstrahlen fielen durch ein hohes Fenster. Nick lag auf seinem Bett, in seinem Zimmer, und seine Pokémon lagen um ihn herum.
Pokémon-Fanfiction von Matthias